ATP Shanghai: Miedler/Oberleitner sensationell im ersten 1000er-Finale
Ein ATP-Masters-1000-Endspieleinzug war Lucas Miedler in seiner äußerst erfolgreichen Doppellaufbahn bis dato verwehrt geblieben. Doch im Zusammenspiel mit seinem neuen Partner Neil Oberleitner, der sogar erst sein zweites Turnier überhaupt auf der höchsten Ebene unter den vier Grand Slams bestreitet, hat es nun sensationell gleich beim ersten gemeinsamen Anlauf geklappt: Denn der Niederösterreicher und der Wiener haben beim Rolex Shanghai Masters am Samstagvormittag nach MESZ auch ihre Halbfinalpartie für sich entscheiden können. Miedler (ATP-Doppel 26) / Oberleitner (ATP-Doppel 39) setzten sich gegen das deutsche Paar Jakob Schnaitter (ATP-Doppel 33) und Mark Wallner (ATP-Doppel 33) nach knapp 1:15 Stunden Spielzeit mit 7:5, 6:3 durch.
Österreichs neues Topdoppel ist also auch nach seinem vierten Auftritt beim erstklassig besetzten und mit 9.415.725 US-Dollar Preisgeld dotierten Event in der ostchinesischen Metropole weiter ohne Satzverlust. Letzte Hürde auf dem Weg zum ersten ATP-Masters-1000-Triumph sind beim Finale am Sonntag ab 8:00 Uhr MESZ Miedlers Ex-Spielkamerad Francisco Cabral aus Portugal (ATP-Doppel 30) und James „JJ“ Tracy aus den USA (ATP-Doppel 42). Durch die bisherigen Erfolge haben Miedler und Oberleitner pro Kopf 123.935 US-Dollar Preisgeld und 600 ATP-Zähler sicher, die sie in der Doppelweltrangliste auf die Plätze 22 bzw. 29 bringen, Oberleitner knackt hiermit also erstmals die Top 30. Ein Sieg brächte je 234.100 US-Dollar und 1000 Punkte. Miedler würde dadurch sein Career High von Rang 19 einstellen, Oberleitner sich sogar auf Position 23 schieben.
In „nervenaufreibendem Match“ die Ruhe bewahrt
Miedler/Oberleitner mussten gegen Schnaitter/Wallner den ersten Aufschlagverlust zum 1:2 hinnehmen, konterten aber sofort mit einem Rebreak. Auch drei vergebene Satzbälle bei 5:4 brachten sie nicht aus der Ruhe, im zwölften Game breakten sie beim insgesamt fünften Satzball zur Satzführung. Im zweiten Abschnitt legten sie sogleich ein 3:0 nach, zwei Chancen auf ein Doppelbreak bei 4:1 und zwei Matchbälle bei 5:2 blieben allerdings ungenutzt. Beim Ausservieren sahen sich Miedler/Oberleitner beim Entscheidungspunkt dann doch nochmal mit einem Breakball konfrontiert, verwerteten letztlich aber ihren in Summe vierten Matchball mit einem krachenden Vorhand-Inside-in-Winner Oberleitners.
„Es war ein nervenaufreibendes Match. Wir sind nicht so gut in die Partie gestartet, wir waren wieder mit einem Break hinten. Aber daran sind wir schon gewöhnt und sind ruhig geblieben, konnten dann das Rebreak machen. Und ich glaube dann, ab dem Zeitpunkt, waren wir eigentlich das bessere Team. Wir haben ganz gut in die Partie gefunden und unser Spiel gut aufzwingen und den Schwung gleich gut in den zweiten Satz mitnehmen können“, resümierte Oberleitner. „Ich habe am Anfang bisschen Probleme gehabt, auch mit der Sonne, bin gleich mit einem Doppelfehler gestartet. Mein Start war nicht gut, der Neil hat mich gut mitgenommen“, lächelte Miedler, der in weiterer Folge in erster Linie nur die Chancenauswertung bemängelte: „Eigentlich ein Wahnsinn, dass es dann noch so eng wird, weil im Endeffekt kann der Matchball auch gegen uns laufen. Aber wir sind einfach happy mit unserem ersten Finale bei einem 1000er morgen. Wir hoffen, dass wir nochmal eine gute Leistung bringen.“