NÖ Open powered by EVN: Blood, Sweat & Tears

Die heimischen Talente lieferten im Kampf um einen Platz im am Montag startenden Hauptbewerb der NÖ Open powered by EVN teils spektakuläre Kostproben ihres Könnens, im Rennen blieb aber mit Dennis Novak letztlich ein Routinier. Mit dem Qualifikationsfinale des Niederösterreichers gegen einen ehemaligen Tulln-Sieger wird Spieltag zwei in der Gartenstadt Tulln eröffnet. Im dritten Match auf dem Centre Court steigt dann der erste Österreicher in den Main Draw ein.
Der Qualifikationssonntag bei den NÖ Open powered by EVN brachte für Österreichs Talente trotz durchaus sehr ansprechender Matchpassagen ausnahmslos Niederlagen. Trotzdem: Der 17-jährige Bastian Berenz (ATP -), der diese Woche seinen ersten ATP-Punkt geholt hatte, hat bei seinem optisch zu deutlichen 2:6, 1:6 gegen den Deutschen Rudolf Molleker (ATP 386) genauso viel Blut geleckt wie Benedikt Szerencsits (ATP -) bei seinem 1:6, 2:6 gegen den Tschechen Jakub Nicod (ATP 448). Knapper konnte Alexander Wagner (ATP 1719) sein ATP-Challenger-Debüt gestalten, musste sich dem Briten Anton Matusevich (ATP 467) aber letztlich mit 3:6, 4:6 beugen. Piet Luis Pinter (ATP 1282) wiederum lieferte in seiner engen Dreisatzpartie ebenfalls eine Talentprobe, unterlag dem Rumänen Sebastian Gima (ATP 575) aber letztlich doch mit 7:6 (4), 4:6, 2:6. Leider ebenfalls gleich zum Auftakt out: der Oberösterreicher Gregor Ramskogler (ATP 919) mit einem 2:6, 3:6 gegen den Kanadier Dan Martin (ATP 456).
Knapp ging es auch im Österreicher- und Generationenduell zwischen der einstigen Nummer 85 der Welt Dennis Novak (32 Jahre) und Sebastian Sorger (19 Jahre) her. Novaks anfängliche Fehleranfälligkeit, speziell beim Return, wurde vom Steirer (ATP 643) zum 7:5-Satzgewinn genützt. Danach kehrte sich das Spiel um und der Routinier aus Niederösterreich (ATP 417) schraubte sowohl die Quote gefährlicher Rückschläge wie auch jene der erfolgreichen Aufschläge nach oben und gewann Satz zwei und drei jeweils mit 6:3. Im montäglichen Qualifikationsfinale bekommt es der dreifache Challenger-Sieger ab 10:00 Uhr, im ersten Match auf dem Centre Court, mit dem Tulln-Champion von 2022, Jozef Kovalik (ATP 577), zu tun. Die ehemalige Nummer 80 der Welt aus der Slowakei konnte den Tschechen Jan Jermar (ATP 2185) mit 6:4, 6:2 aus dem Bewerb nehmen.
Finalneuauflage Neumayer gegen Choinski möglich
Viel Schweiß, Tränen und fix auch ein paar Tropfen Blut fließen also um die begehrten Tickets für den Hauptbewerb des mit 145.250 Euro dotierten ATP-100-Challengers am Donaustrand. Und dort könnte sich in dieser Woche ein Stück Tullner Tennisgeschichte wiederholen. Auch wenn 30 andere ATP-Profis entschieden dagegen sind, ist nämlich zumindest nach der Papierform eine Finalrevanche für das 2024er-Endspiel der NÖ Open powered by EVN möglich. Freilich unter doch geänderten Vorzeichen. Der Vorjahressieger Jan Choinski (ATP 150) startete vor zwölf Monaten als Nummer 276 mit einem überraschenden Auftaktsieg über den damals topgesetzten Tschechen Vit Kopriva ins Turnier am TC Tulln. Heuer führt er die Setzliste nach kurzfristigen Absagen von Hugo Dellien (Bolivien), Dino Prizmic (Kroatien), Cristian Garín (Chile) und Daniel Elahi Galán Riveros (Kolumbien) als 150. der Weltrangliste selbst an. Sein Vorjahresranking sogar ziemlich genau halbieren konnte seither der Salzburger Lukas Neumayer. Spätestens eben mit dem Finaleinzug 2024 avancierte dieser auch in der Gartenstadt zum Publikumsliebling und will nun als Nummer drei des Turniers und Nummer 157 der Welt noch mehr. Choinski kann er sportlich jedenfalls frühestens am ersten Septembersonntag begegnen.
Zum Auftakt bekommt es „Luki“ am Dienstag allerdings mit dem Ukrainer Oleg Prihodko (ATP 309) zu tun. „Ein unberechenbarer, an manchen Tagen gefährlicher, aber gelegentlich auch fehleranfälliger Spieler. Aber zum Start ist es natürlich immer wichtig, schnell zu seinem eigenen Spiel zu finden. Mit zunehmender Routine gelingt es mir aber immer besser, im Matchmodus zu bleiben“, so Neumayer. Der Deutsch-Brite Choinski – wie Neumayer übrigens Schützling von Günter Bresnik und mittlerweile im niederösterreichischen Teesdorf daheim – trifft in Runde eins auf einen montags zu ermittelnden Qualifikanten. Ebenfalls erst am Dienstag im Tulln-Einsatz: Joel Schwärzler (ATP 262) gegen den Portugiesen Tiago Pereira (ATP 286) und Neil Oberleitner (ATP 466) gegen einen Qualifikanten.
Kopp eröffnet am Montag gegen Denolly
An Nummer zwei ist in der Gartenstadt der Italiener Francesco Maestrelli (ATP 155) gereiht. Dieser startete Ende Juni mit dem Challenger-Sieg im rumänischen Brasov in den Sommer und wies zuletzt im polnischen Grodzisk Mazowiecki Deutschlands heuer bereits heftig umjubelte Nachwuchshoffnung Justin Engel in zwei Sätzen in die Schranken. In Tulln tritt er in Runde eins auf der Neumayer-Hälfte des Rasters gegen den Bulgaren Dimitar Kuzmanov (ATP 263) an. Die Nummer vier, der Argentinier Marco Trungelliti (ATP 183), konnte in seiner seit 2008 währenden Karriere bereits die einstigen Top-Ten-Stars Nicolás Massú (Chile), Daniil Medvedev (Russland), Lucas Pouille (Frankreich), Tommy Robredo (Spanien) und Diego Sebastián Schwartzman (Argentinien) besiegen. Mit seinem sonnigen Gemüt und seinem betont lässigen Auftreten hat der 35-Jährige auch in Tulln das Zeug zum Publikumsliebling – aber wohl nur, wenn er am Montag, im letzten Match auf dem Centre Court, die russische 1,91-Meter-Auftakthürde Ivan Gakhov (ATP 273) nehmen kann.
Ebenfalls bereits am Montag greift mit Sandro Kopp der erste Österreicher in den Main Draw ein. Von Turnierdirektor Florian Leitgeb und ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer mit einer Wildcard ausgestattet, spielte sich der 25-jährige Tiroler (ATP 396) zuletzt unter anderem mit einem Sieg beim ITF-M15-Turnier in Mistelbach zurück unter die Top 400. Auf Platz 310 der Weltrangliste rangiert aktuell Kopps Gegner, der 28-jährige Franzose Corentin Denolly. Gegen den Linkshänder aus Vienne will der Kramsacher seinen ersten Hauptbewerbserfolg in Tulln einfahren: „Das Turnier ist ein Pflichtprogramm für uns Österreicher! Auch heuer werden uns wieder viele Fans anfeuern, und ich werde alles versuchen, möglichst lange im Bewerb zu bleiben.“
Doppelbewerb mit Kitz-Sensationsfinalisten Oberleitner/Schwärzler
Die Heimatmosphäre kann Kopp übrigens gleich in zwei Bewerben aufsaugen, tritt er doch auch im am Dienstag startenden Doppelbewerb an, und zwar an der Seite von Neumayer. Novak wiederum setzt auf den Deutschen Molleker als Partner. Im Doppelbewerb ebenfalls zu sehen sein werden mit Oberleitner/Schwärzler die Sensationsfinalisten des ATP-250-Events Generali Open Kitzbühel. Und die beiden Einzel-Qualifikationsteilnehmer Ramskogler/Berenz bilden ein Wildcard-Duo. An Nummer eins gesetzt ist das tschechische Doppel Andrew Paulson und Michael Vrbenský, an Nummer zwei der Tscheche Zdenek Kolár mit dem Ukrainer Denys Molchanov.
Tickets für die NÖ Open powered by EVN 2025 (31. August bis 7. September) sind unter www.oeticket.com bzw. www.noeopen-tulln.at erhältlich.